Welt-Rheumatag

Der Welt-Rheumatag findet jedes Jahr am 12. Oktober statt. Er soll weltweit auf die Anliegen und Probleme von Menschen hinweisen, die von Rheuma betroffen sind. Rheuma ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen und meistens mit Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen der Hand- und Fingergelenke verbunden.

Wie im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie in München deutlich wurde, sind rheumatische Erkrankungen ein Thema von zunehmender Bedeutung. In Deutschland sind ca. 550.000 Menschen - am häufigsten Frauen zwischen 20 und 40 Jahren - an rheumatoider Arthritis, dem entzündlichen Gelenkrheuma, erkrankt. Bei etwa 80 Prozent der Patienten sind Hand- und Fingergelenke betroffen. Oftmals tritt die Erkrankung zuerst an den Händen auf: Geschwollene, schmerzhafte Gelenke, eingeschränkte Feinmotorik und Kraft machen jeden Händedruck und jeden Routinegriff im Alltag zur Herausforderung. Eine frühzeitige handchirurgische Betreuung bietet den Patienten gute Chancen, Fehlstellungen und Verformungen der Hände zu verhindern. Die Handfunktion kann erhalten oder verbessert und Schmerzen gelindert werden. 

Bei der rheumatoiden Arthritis ist die dünne Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln chronisch entzündet, schreitet die Entzündung voran, zerstört sie die Fingerstreck- und Beugesehnen sowie Gelenke. Präventiv kann z. B. entzündete Gelenkinnenhaut entfernt werden (Synovialektomie). Bereits zerstörte Strukturen sind ebenfalls wiederherstellbar, es können u. a. Sehnen verlegt oder verpflanzt und künstliche Hand- und Fingergelenke eingesetzt werden. Die rheumatoide Arthritis erfordert ein individuell auf den Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept, bei dem medikamentöse, physikalische und chirurgische Therapien verschiedener Ärzte zusammenwirken sollten.