Handgelenksbruch

Der Handgelenksbruch oder auch "distale Radiusfraktur", ist der häufigste Knochenbruch bei Erwachsenen. Er macht ein Viertel aller Frakturen aus. Er ist ein Fall für den Handchirurgen, der diese mitunter sehr komplexe Verletzung erfolgreich behandeln kann.

Anlässlich des Jahreskongresses der DGH in München wies Prof. Dr. Max Haerle, der Ärztliche Direktor der Klinik für Handchirurgie und Plastische Chirurgie der OKM Orthopädische Klinik Markgröningen darauf hin, dass in Deutschland die komplizierte distale Radiusfraktur meist in einer unfallchirurgischen Klinik behandelt wird. „Ohne die gute Arbeit der Unfallchirurgen infrage zu stellen, fehlt oft die Expertise in der Chirurgie des Handgelenks“, sagte Prof. Haerle gegenüber der Presse. Gleiches gelte für die gerade bei diesem Krankheitsbild so wichtige Nachbehandlung – im Allgemeinen sei es der niedergelassene Orthopäde, Unfallchirurg oder Hausarzt, der für die medizinische Betreuung und Überwachung des Heilungsverlaufs zuständig sei. „Treten postoperative Komplikationen auf oder verläuft der Heilungsprozess nicht zufriedenstellend, finden die Betroffenen oft erst Monate oder Jahre nach der Verletzung den Weg zum spezialisierten Handchirurgen“, so Prof. Haerle. Dies könne zur Folge haben, dass der Patient lange arbeitsunfähig sei oder im Extremfall sogar in Frührente gehen müsse. Für ältere Patienten bestehe zudem die Gefahr, dass sie sich nicht mehr selbst versorgen könnten. „Neben den möglicherweise schwerwiegenden Folgen für den einzelnen Patienten kommt noch hinzu, dass die unnötig hohen Krankenhaus‐ und Nachbehandlungskosten auch erheblich die Budgets des Gesundheitssystems und der Volkswirtschaft belasten“, ergänzte Prof. Haerle.