Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk

Eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) tritt häufig am Unterarm, an der Hand oder am Handgelenk auf und bereitet meist starke Schmerzen. In vielen Fällen ist Überbelastung die Ursache für die Erkrankung. Typische Auslöser sind langes Arbeiten am Computer, monotone Bewegungsabläufe im Beruf oder ungewohnte Arbeiten wie Renovieren. Auch Sportarten wie Tennis und Golf oder das Spielen eines Musikinstruments können die Sehnen des Handgelenks überbelasten und Reizungen und Entzündungen verursachen.

Was ist das?

Als Sehnenscheiden bezeichnet man die Hüllen, die eine Sehne umgeben. Sie sind mit einer klaren Körperflüssigkeit, der Synovia, gefüllt und befinden sich hauptsächlich in Gelenkbereichen, in denen Sehnen ihre Richtung ändern. Normalerweise gleiten die Sehnen durch die umgebenden Sehnenscheiden hindurch – bei Überlastung der Sehnen kann es jedoch zu einer Entzündungsreaktion kommen, bei der die Sehne anschwillt und vermehrt Synovia produziert wird. Die Verengung des Kanals führt dann zu Schmerzen und Beschwerden. Neben dieser nicht-infektiösen Sehnenscheidenentzündung gibt es auch die infektiöse Variante. Sie kann z. B. nach einer Stichverletzung auftreten, wenn Bakterien in die geöffnete Sehnenscheide gelangen. 

Welche Symptome treten auf?

Typische Symptome einer Sehnenscheidenentzündung sind ziehende, stechende Schmerzen an der betroffenen Sehne. Meist schmerzt das Hangelenk bei Bewegung – vor allem, wenn es nach oben in Richtung Unterarm bewegt wird. Später kann die Stelle auch in Ruhe oder nachts schmerzen. Weitere Anzeichen sind Überwärmung, Rötungen, Schwellungen und Reibungsgeräusche beim Bewegen der Sehnen.

Besondere Formen der Tendovaginitis sind der Schnapp- oder Springfinger, Tendovaginitis stenosans, das Karpaltunnelsyndrom und das De-Quervain-Syndrom, welches das erste Strecksehnenfach der Hand betrifft. Durch dieses verlaufen die Sehnen der beiden Daumenmuskeln. Ursache ist meist eine Überlastung der Sehnen durch häufige Abduktion (Bewegung des Daumens von der Handfläche weg). Zu den Auslösern zählt z. B. das intensive Tippen auf dem Handy oder dem Smartphone.

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Was tut der Handchirurg?

Eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) ist sehr gut konservativ behandelbar und lässt sich meist mithilfe von Bewegungstests erkennen. Bei unklarer Diagnose können eine Ultraschall-Untersuchung oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) Klarheit verschaffen. Vermutet der Arzt, dass die Entzündung durch eine rheumatische Erkrankung ausgelöst wurde, nimmt er Blut ab und veranlasst entsprechende Laboruntersuchungen. 

Es gibt eine Reihe von bewährten Maßnahmen, die gut und relativ schnell helfen. Die Therapie kombiniert Schonung, Ruhigstellung, Kühlung und schmerzlindernde Medikamente. Dazu wird das Handgelenk mit einer Spezialschiene (Orthese) oder einem Gipsverband ruhiggestellt. Gegen die Schmerzen wirken kühlende, entzündungshemmende Salben und Schmerzgele. Auch Cortisonspritzen können hilfreich sein. In den meisten Fällen muss eine Sehnenscheidenentzündung nur einige Tage behandelt werden. Chronische Verläufe sind eher selten. 

Eine Operation ist sinnvoll, wenn die konservative Behandlung erfolglos blieb. Dabei entfernt der Handchirurg das entzündliche Sehnenhüllengewebe. Sie wird ambulant in Regionalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt, sofern keine Begleiterkrankungen vorliegen. Beim De-Quervain-Syndrom wird das erste Strecksehnenfach am Handgelenk gespalten, gelegentlich findet der Handchirurg bei der OP ein Ganglion, das zusätzlich entfernt wird. Bei bakteriellen Entzündungen ist meist eine sofortige Operation mit stationärer Behandlung erforderlich. 

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